• Weitere Informationen

      Der Medienpass Sachsen unterstützt Lehrkräfte bei der systematischen Vermittlung von Medienkompetenz und hilft dabei, Medienbildung als fächerübergreifende Aufgabe im Schulalltag umzusetzen. Er ist ein unverbindliches Unterstützungsangebot und wird ab dem Schuljahr 2026/27 im Rahmen einer begleiteten Einführungs- und Erprobungsphase zur Verfügung gestellt.

      Lehrkräfte erhalten fertig ausgearbeitete Materialien und Anregungen für die Unterrichtsgestaltung, die ohne umfangreiche Vorbereitung eingesetzt werden können. Ergänzend stehen digitale Tests zur Verfügung, mit denen Schülerinnen und Schüler ihr Wissen überprüfen können.

      Für die Klassenstufen 5 bis 8 in Oberschulen, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen stehen sechs Module zur Verfügung, die die Grundlagen der Medienbildung vermitteln – von digitalem Wohlbefinden über Datenschutz und kreative Medienproduktion bis hin zu Desinformation, Hass im Netz und Künstlicher Intelligenz. Jedes Modul umfasst drei Doppelstunden bzw. sechs Unterrichtseinheiten.

      Der Medienpass dient somit zugleich als Nachweisinstrument. Er macht erworbene Medienkompetenzen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern sichtbar und dokumentiert den Kompetenzaufbau über mehrere Schuljahre hinweg.

      Mit Abschluss der Klassenstufe 8 wird ein grundlegendes Niveau digitaler Handlungskompetenz dokumentiert. Nachfolgende Klassenstufen bauen darauf auf, um die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der Sekundarstufe II, der Berufswelt und einer zunehmend digital geprägten Gesellschaft vorzubereiten.

      Bei der Entwicklung des Medienpasses Sachsen diente der Neue Hamburger Medienpass als wertvolle Inspiration und lieferte wichtige Impulse für die Ausgestaltung eines landesweiten Angebots zur Förderung von Medienkompetenz. Aufbauend auf diesen Erfahrungen entstand für Sachsen ein eigenständiges Konzept mit speziell entwickelten Modulen, Inhalten und Materialien, die auf die Anforderungen und Rahmenbedingungen des sächsischen Schulsystems zugeschnitten sind. Einzelne Themen, Methoden und Ansätze wurden dabei aufgegriffen und für den sächsischen Kontext weiterentwickelt.

      Die Module des Medienpasses Sachsen können in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden. Die Module 1 bis 3 werden insbesondere für die Klassenstufen 5 und 6 empfohlen, die Module 4 bis 6 für die Klassenstufen 7 und 8. Alle Unterrichtsmaterialien sind so konzipiert, dass sie sowohl im Regelunterricht als auch an Projekttagen flexibel einsetzbar sind.

      Jedes Modul ist für drei Doppelstunden beziehungsweise sechs Unterrichtseinheiten konzipiert. Aufgrund der inhaltlichen und methodischen Gestaltung wird empfohlen, die Umsetzung des Medienpasses Sachsen möglichst in Doppelstunden zu planen, da einzelne Methoden und Arbeitsphasen von längeren, zusammenhängenden Zeitfenstern profitieren. Bei der Planung im 45-Minuten-Takt sollte daher berücksichtigt werden, dass einzelne Methoden gegebenenfalls auf mehrere Unterrichtsstunden verteilt werden müssen. Für die digitalen Modulnachweise (Tests) sollten zusätzlich ca. 20-30 Minuten eingeplant werden. Die Module können sowohl im regulären Fachunterricht als auch in Projektformaten eingesetzt werden.

      Da Medienbildung eine fächerübergreifende Aufgabe ist, können die Module in unterschiedlichen Fächern eingesetzt werden. Der Medienpass stellt Empfehlungen für mögliche Leitfächer pro Modul bereit.

      Die Module des Medienpasses Sachsen sind nicht für das selbstständige digitale Lernen ohne Begleitung durch eine Lehrkraft vorgesehen. Eine führt in die Inhalte ein, begleitet die Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung und passt die Materialien bei Bedarf an den Lernstand der Lerngruppe an.

      Da der Medienpass den Kompetenzaufbau über mehrere Schuljahre hinweg unterstützt, sollte bereits zu Beginn mit den Schülerinnen und Schülern besprochen werden, wie Unterrichtsergebnisse und Materialien, wie Arbeitsblätter, Notizen, Rechercheergebnisse oder selbst erstellte Produkte über mehrere Schuljahre hinweg gesammelt und gesichert werden können. Die Dokumentation, beispielsweise in einem Hefter, erleichtert auch die schuljahresübergreifende Nachvollziehbarkeit bereits behandelter Inhalte, beispielsweise bei einem Lehrer- oder Klassenwechsel.

      Je nach Modul und schulischer Zielstellung (Medienbildungskonzept) ist die Arbeit mit digitalen Endgeräten (z. B. Tablets) sinnvoll. Entsprechende Hinweise finden Sie in der Ablaufplanung sowie direkt in den Modulen. Für die Durchführung der Modulnachweise sind digitale Endgeräte in jedem Fall notwendig. Planen Sie je nach Kenntnisstand der Lerngruppe ausreichend Zeit für eine kurze Einführung in die verwendeten Geräte und Anwendungen ein. Dazu können beispielsweise Anmeldung, grundlegende Bedienung, Speichern und Wiederfinden von Ergebnissen sowie die Nutzung der verwendeten Anwendungen gehören.

      Die digitalen Modulnachweise (Tests) sind für Schülerinnen und Schüler ausschließlich zugänglich, wenn sie über Schullogin eingeloggt sind. Stellen Sie daher vor der Durchführung der Modulnachweise sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler über einen Schullogin-Zugang verfügen, ihre Zugangsdaten kennen und Zugang zu einem digitalen Endgerät haben. Der Login erfolgt dann auf der die Seite www.schullogin.de mit anschließendem Klick auf die Kachel des Medienpasses.

      Für erfolgreich absolvierte Modulnachweise erhalten Schülerinnen und Schüler digitale Badges (Abzeichen). Diese machen den individuellen Lernfortschritt sichtbar und dokumentieren die erfolgreich bearbeiteten Module. Nach dem Bestehen aller sechs Modultests erhalten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich ein Medienpass-Zertifikat. Dieses kann von den Lernen selbstständig heruntergeladen werden.

      Bitte beachten Sie: Damit der persönliche Lernfortschritt erhalten bleibt, müssen sich Schülerinnen und Schüler regelmäßig im Medienpass anmelden. Erfolgt über einen Zeitraum von zwei Jahren keine Anmeldung, wird der hinterlegte Fortschritt gelöscht. In diesem Fall müssen bereits absolvierte Tests erneut bearbeitet werden.

      Die im Medienpass Sachsen aufgegriffenen Inhalte und Kompetenzen sind bereits in den sächsischen Lehrplänen verankert und gehören damit zum regulären Unterrichtsstoff. Der Medienpass unterstützt Lehrkräfte dabei, diese Inhalte mithilfe von vorbereiteten Methoden Dadurch wird die Vorbereitung erleichtert und zugleich eine verlässliche Grundlage geschaffen, um zentrale Inhalte der Medienbildung in den verschiedenen Klassenstufen systematisch zu vermitteln.

      Der Medienpass Sachsen sollte nicht als zusätzliches Einzelprojekt verstanden werden. Die Module sollen vielmehr Bestandteil des schulischen Medienbildungskonzepts und der kontinuierlichen Schulentwicklung hin zu einer Kultur der Digitalität sein. Sie lassen sich in bestehende Unterrichts- und Entwicklungsprozesse integrieren und mit weiteren Maßnahmen der Medienbildung verknüpfen.

      Daher wird empfohlen, möglichst frühzeitig zu planen, welche Inhalte des Medienpasses in welchen Klassenstufen und Fächern aufgegriffen werden. So können Kompetenzen über mehrere Schuljahre hinweg systematisch aufgebaut, vertieft und angewendet werden.

      Nein. Der Medienpass Sachsen ist ein freiwilliges Angebot. Schulen entscheiden selbst, ob und in welcher Form sie den Medienpass einsetzen.

      Jedes Modul ist für drei Doppelstunden beziehungsweise sechs Unterrichtseinheiten konzipiert. Für die digitalen Modulnachweise (Tests) sollten zusätzlich ca. 20-30min eingeplant werden. Die Module können sowohl im regulären Fachunterricht als auch in Projektformaten eingesetzt werden.

      Die tatsächliche Dauer kann je nach Lerngruppe, Unterrichtsform und gewählter Vertiefung variieren. Die Materialien können bei Bedarf angepasst und beispielsweise auch im Rahmen von Projekttagen oder Projektwochen eingesetzt werden.

      Nein. Die Materialien bieten einen ausgearbeiteten Vorschlag für die Unterrichtsgestaltung. Die Lehrkraft kann Inhalte, Methoden, Sozialformen und den zeitlichen Ablauf an den Lernstand und die Bedürfnisse der Lerngruppe anpassen. Es ist beispielsweise auch möglich, einzelne Methoden oder Materialien aufzugreifen oder die Inhalte durch eigene Materialien zu ersetzen.

      Ja. Schulen können die Materialien im Unterricht durch eigene Inhalte, Aufgaben und Projekte ergänzen und an ihr schulisches Medienbildungskonzept anpassen. Die Inhalte des Medienpasses müssen dafür nicht zwingend ausschließlich mit den bereitgestellten Unterrichtsmaterialien vermittelt werden.

      Für den Erwerb des Medienpass-Zertifikats müssen jedoch alle sechs digitalen Modultests erfolgreich absolviert werden. Die Tests dienen als Nachweis der jeweiligen Lernbereiche und sind unabhängig davon, auf welchem Weg die entsprechenden Inhalte vermittelt wurden.

      Nein. Medienbildung ist eine fächerübergreifende Aufgabe. Die Module können daher in unterschiedlichen Fächern eingesetzt werden.

      Für jedes Modul finden Sie Hinweise zu besonders geeigneten Fächern und Anknüpfungspunkten. Die Schule bzw. Lehrkraft entscheidet, wie die Inhalte in den bestehenden Unterricht integriert werden.

      Die Unterrichtsmodule sind für die begleitete Arbeit mit einer Lehrkraft konzipiert. Die Lehrkraft führt in die Inhalte ein, begleitet die Bearbeitung und unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Reflexion und Anwendung.

      Der Medienpass ist daher nicht als vollständig selbstständiges digitales Lernangebot ohne pädagogische Begleitung geeignet.

      Die Unterrichtsmaterialien sollten grundsätzlich auch pädagogisch so geplant werden, dass die Lehrkraft auf die jeweilige Unterrichtssituation reagieren kann. Die Materialien bieten an vielen Stellen verschiedene Optionen, die wahlweise analog oder digital bearbeitet werden können. Bei technischen Problemen entscheidet die Lehrkraft, ob die Aufgabe angepasst, verschoben oder analog weitergeführt wird.

      Technische Voraussetzungen und gegebenenfalls benötigte Anwendungen sind möglichst vor Beginn der Unterrichtseinheit zu prüfen.

      Nein. Die digitalen Tests sind ausschließlich für Schülerinnen und Schüler, die in Schullogin angemeldet sind, zugänglich. Eine analoge Bearbeitung ist nicht vorgesehen.

      Die Anmeldung über Schullogin ist erforderlich, damit Testergebnisse, Badges und der persönliche Lernfortschritt dem jeweiligen Nutzerkonto zugeordnet werden können.

      Der persönliche Lernfortschritt bleibt erhalten, solange das Nutzerkonto regelmäßig verwendet wird. Er bleibt auch bei Klassen- oder Schulwechseln bestehen. Erfolgt über einen Zeitraum von zwei Jahren keine Anmeldung, wird der hinterlegte Lernfortschritt gelöscht. Bereits absolvierte Tests müssen in diesem Fall erneut bearbeitet werden.

      Nein. Jede Schülerin und jeder Schüler benötigt einen eigenen persönlichen Zugang. Eine gemeinsame Nutzung eines Accounts ist nicht möglich und würde eine persönliche Zuordnung des Lernfortschritts verhindern.

      Ja. Die Tests können beliebig oft wiederholt werden.

      Die Testergebnisse sind dem persönlichen Account der Schülerinnen und Schüler zugeordnet. Eine gesammelte Einsicht der Lehrkraft in die Testergebnisse der gesamten Klasse ist nicht vorgesehen.

      Die Tests dienen daher insbesondere der individuellen Überprüfung und Rückmeldung. Die Einschätzung des Lernstands und die pädagogische Begleitung bleiben Aufgabe der Lehrkraft.

      Für erfolgreich absolvierte Modultests können Schülerinnen und Schüler digitale Badges (Abzeichen) erhalten. Sie machen den individuellen Lernfortschritt sichtbar und dokumentieren erfolgreich bearbeitete Lernbereiche.

      Die Badges können je nach Bedarf auch ausgedruckt und beispielsweise in einer analogen Medienpass-Mappe gesammelt werden.

      Nach erfolgreichem Bestehen aller sechs Modultests erhalten Schülerinnen und Schüler automatisch ein Abschlusszertifikat.

      Ja. Die Materialien sind als Unterrichtsvorschläge konzipiert und können entsprechend dem Lernstand, den Vorerfahrungen und den Bedürfnissen der Lerngruppe angepasst werden. Die konkrete Differenzierung liegt in der pädagogischen Verantwortung der Lehrkraft.

      Übergeordnetes Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler am Ende der Klassenstufe 8 nach erfolgreichem Abschluss des Medienpasses in der Lage sind, sich sicherer, kritischer reflektiert und verantwortungsbewusster in der digitalen Welt zu bewegen und dort selbstbestimmter als mündige Akteurinnen und Akteure zu handeln.

      Die zugrunde liegenden Kompetenzbereiche basieren auf der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, die seit 2016 einen bundesweiten Rahmen für Medienbildung vorgibt und zentrale Kompetenzen für den schulischen Kontext definiert.

      Konkret sollen die Schülerinnen und Schüler nach erfolgreichem Abschluss des Medienpasses über folgende Kompetenzen in allen sechs Handlungsfeldern der KMK-Strategie verfügen. Der Medienpass bildet dafür einen Rahmen. Die zu erreichende Lernzielebene hängt unter anderem von der sonstigen Umsetzung des schulischen Medienbildungskonzeptes ab.

      1. Suchen und Verarbeiten

      • gezielte Informationsrecherche anwenden
      • Quellen und Suchergebnisse systematisch beurteilen
      • Mechanismen von Desinformation und Filterblasen kennen und in eigenen Mediennutzungssituationen beurteilen

      2. Kommunizieren und Kooperieren

      • Regeln und rechtliche Grundlagen digitaler Kommunikation inklusive Persönlichkeitsrechte kennen
      • situationsgerecht respektvoll sowie rechtssicher in digitalen Räumen anwenden

      3. Produzieren und Präsentieren

      • Urheber- und Lizenzrecht, zum Beispiel CC-Lizenzen, kennen
      • digitale Medienprodukte (Text, Bild, Audio, Video) rechtlich korrekt gestalten sowie publizieren

      4. Schützen und Sicheres Agieren

      • Grundlagen von Datenschutz (DSGVO) und IT-Sicherheit kennen
      • Sicherheitsrisiken wie Phishing und Social Engineering an Beispielen übertragen
      • Schutzmaßnahmen für Daten und digitale Identität sowie gesundheitsbewusstes Nutzungsverhalten im Alltag anwenden

      5. Problemlösen und Handeln

      • Funktionsweise algorithmischer Systeme und KI-Anwendungen kennen
      • Gesellschaftliche Wirkung beurteilen
      • Algorithmische Systeme und KI-Anwendungen situationsgerecht einsetzen (Problemlösen und Handeln)

      6. Analysieren und Reflektieren

      • Digitalisierung als gesellschaftlichen Wandel kennen
      • In seinen Folgen beurteilen
      • Eigenes Handeln im Netz wertebasiert, nachhaltig und demokratisch gestalten und sich positionieren

      Lernzielebenen nach: Erwartungshorizont zu Lernzielebenen

      Der Medienpass Sachsen ist zunächst für die Klassenstufen 5 bis 8 konzipiert und behandelt sechs Grundlagenthemen der Medienbildung. Im Schuljahr 2026/27 wird er im Rahmen einer begleiteten Einführungsphase erstmals an Schulen erprobt. Ob und in welcher Form das Angebot künftig um weitere Klassenstufen oder Themen erweitert wird, soll auf Grundlage der Erfahrungen, Rückmeldungen und Bedarfe der Schulen entschieden werden. Anregungen und Feedback können an medienbildung@lasub.smk.sachsen.de gesendet werden.

      Im Medienpass Sachsen werden umfangreiche Hinweise zur Durchführung, ausgearbeitete Materialien und Ablaufpläne bereitgestellt. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf können sich Lehrkräfte außerdem an Ihr zuständiges Medienpädagogisches Zentrum (MPZ) wenden.

      Für allgemeine Fragen und Feedback zum Medienpass steht zudem folgende Kontaktadresse zur Verfügung: medienbildung@lasub.smk.sachsen.de .

      Der Medienpass Sachsen ist ein Angebot des Landesamtes für Schule und Bildung